Emotionen sind ansteckend

Aktualisiert: 8. Okt 2020


Emotionale Intelligenz hat unglaubliche Auswirkungen nicht nur auf unsere eigene Laune, sondern auch auf Launen anderer Menschen. Launen sind das Resultat unserer Emotionen – doch während man Emotionen nicht steuern kann (da sie auf der unterbewussten Ebene basiert sind), kann man Launen sehr wohl kontrollieren. Im Folgenden wird ersichtlich, warum unser EQ im täglichen Leben eine immense Rolle spielt.


Man ist mit Freunden unterwegs, geht ins Lieblingsrestaurant essen und wünscht sich, der Abend würde ewig dauern. Und dann gibt es langweilige Meetings, wo man sich eine Zeitmaschine mit Turbospeed wünscht.


Beides sind Fälle emotionaler Ansteckung, eine positive und eine negative.


Wenn wir einen tollen Sonnenaufgang am Meer beobachten dürfen oder auf dem Konzert unseres Lieblingskünstlers sind und mit Tausenden von Menschen die Begeisterung teilen; oder wir sehen eine Welle beim Spiel unserer Lieblingsmannschaft – das sind alles Beispiele des Effekts von positiver emotionaler Ansteckung – ein uraltes Phänomen.


Dieser Prozess der Einstimmung auf Emotionen anderer passiert in Millisekunden, also überwiegend unbewusst.

Angenommen, man hat sich mit dem Ehepartner oder Nachbar gestritten. Zudem kommt man zu spät zur Arbeit (Carsharing der Wahl ging nicht, also die S-Bahn, mit Umsteigen), geht hinein und sagt "Guten Morgen!".


Dass der Morgen alles andere als gut war, werden die Kollegen vielleicht nicht sofort erkennen – sie nehmen eventuell das gequälte Lächeln zuerst wahr. Du bist allerdings mit negativen Emotionen geladen, immer noch wütend wegen morgendlicher Vorfälle. Eben diese Emotionen stecken deine Kollegen an. Sie sind zudem auch noch verwirrt, weil sie das Lächeln in deinem Gesicht sehen, die "mentale Telepathie" jedoch bereits stattgefunden hat und sie über deine Laune Bescheid "wissen".


Der Tag läuft eventuell aus dem Ruder, die Kollegen meiden einen den ganzen Tag und man selbst erkennt in jeder Geste ein feindliches Signal, den es in Wahrheit gar nicht gibt ... Der Tag ist dann nicht nur für einen selbst, sondern auch für weitere Menschen versaut.


Man fühlt sich schlecht, versucht aber, das Gegenteil zu zeigen: Eine Handlung, die sehr oft im Alltag vorkommt. Manchmal aus Höflichkeit und gutem Ton, manchmal aus Angst vor Konsequenzen – was jedoch immer bei solchen Prozessen stattfindet, ist die Verkennung eigener Emotionen und die Unfähigkeit, diese zu steuern.


Wie die Situation unter Einsatz von EQ-Skills verlaufen könnte:


Hier wäre zuerst das EQ-Skill "Focus" gefragt. Diese Fähigkeit beinhaltet u.a., Anzeichen eines möglichen Konflikts zu erkennen (rechtzeitig, um Korrekturmaßnahmen zu ergreifen). In fortgeschrittener Form kann man von Achtsamkeit als Oberbegriff sprechen, wenn man den EQ-Grundstein "Fokus" beherrscht.


Unser Held hätte sich womöglich gar nicht erst mit seinem Nachbarn oder seiner Frau gestritten – denn zum "Fokus" gehört auch eine erhöhte Aufmerksamkeit und Geduld mit anderen.


Das Erkennen des negativen Einflusses von Stress und Angst ist eine weitere Fähigkeit, die mit EQ trainiert wird. Unser fiktiver Mensch wäre sich dessen bewusst, dass das Zuspätkommen an sich viel harmloser ist als das, was er getan hat: ein ganzes Team (unterbewusst) mit schlechten Vibes anstecken.


Die nächste Grundsäule der Emotionalen Intelligenz ist die Emotionale Balance. Auslöser besser verstehen und sie schneller stoppen bzw. kontrollieren können. Der erfundene Mitarbeiter hätte gewusst, welche Auswirkungen ein Streit oder ein Zuspätkommen auf seine Laune haben kann und hätte diese – mit bestimmten Routine-Übungen – verhindern können.


Eigene Emotionen erkennen und sie je nach Situation modulieren können, auch wenn die Emotionen äußerst intensiv sind – das ist EQ in Aktion.

Fazit:


Bei Interaktion mit anderen Menschen werden unsere "unsichtbaren" Emotionen sichtbar. Insbesondere für jemanden, der sich bereits mit Emotionaler Intelligenz befasst hat – und somit Emotionen anderer sehr schnell ablesen kann. :-)


Emotionen lassen sich rapide auf andere Menschen oder gar Menschengruppen übertragen, das ist ein grundlegender Prozess – emotionale Ansteckung. Wir verbreiten unsere Emotionen, Gefühle und Launen viel schneller als dass wir oder die Empfänger das realisieren können.


Oben habe ich ein klassisches Beispiel angeführt, welches die Wichtigkeit der Emotionalen Intelligenz buchstäblich vorführt. Wenn wir uns unserer eigenen Emotionen nicht bewusst sind – wie können wir dann damit leben, dass diese Prozesse auch noch eine so große Auswirkung auf andere Menschen haben?


Stattdessen können wir Emotionen effektiv nutzen, um eben solche Auswirkungen auf andere viel besser berücksichtigen zu können. Dafür müssen wir endlich anfangen, uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Denn dies ist der grundlegende Prozess für den Aufbau besserer Beziehungen und einer effektiven Führung.


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